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20. Walliseller Lauf mit grossartigem neuem Teilnehmerrekord

Weiterer Höhepunkt einer Erfolgsgeschichte

(Bericht Anzeiger von Wallisellen / Karl Schlumpf)

Selbst das schlechte Wetter kapitulierte vor dem Jubiläumslauf am 4. November. Trotz miserabler Vorhersagen lieferte der Föhn dem Walliseller Lauf zu Gunsten krebskranker Kinder das schönstmögliche Geburtstagsgeschenk: einen goldenen Herbstsonntag nämlich. Dass deshalb der Teilnehmerrekord geradezu pulverisiert wurde – es kamen nicht weniger als 1715 Läuferinnen und Läufer ins Ziel! - ist das eine, ein noch nie dagewesener finanzieller Erfolg für den guten Zweck der Veranstaltung das andere. Nicht zu vergessen: In erster Linie ging es um packenden Laufsport in verschiedenen Kategorien mit zum Teil beeindruckenden Feldern. Der Tagessieger war mit Maximilian Schwetz der gleiche wie letztes Jahr.

Die Helfer, welche das Start-/Zielgelände am Morgen bereit machten, blickten zum Teil noch sehr skeptisch zum Himmel. Auch einzelne Regentropfen fielen. Doch rechtzeitig für den ersten Startschuss setzte sich der Föhn kompromisslos durch. Einmal mehr profitierte der Lauf von prächtigem, goldenem Herbstwetter und dies, wie Speaker Mike Spiewock, der sich wie schon letztes Jahr mit Denise Stutz von Televista 8304 am Mikrophon abwechselte, während des Tages mehrmals bemerkte, bereits zum siebzehnten Mal.

Vater/Mutter/Kind: Sieger zu schnell für seinen Vater!

Die Idee der Kategorie Vater/Mutter/Kind wäre eigentlich, dass schon ganz Kleine mitlaufen können und dies, da ein solcher Lauf ja eine wirklich anspruchsvolle Sache für einen Dreikäsehoch ist, an der Hand einer erwachsenen Person oder wenigstens neben ihr. Doch - nicht zum ersten Mal übrigens – zeigte sich, dass einzelne dermassen talentiert sind, dass die Eltern schlicht nicht mithalten können. Bei den Jahrgängen 2005/2006 hatte Sieger Siro Gambini beim Zieldurchlauf nach der ersten Runde seinen Vater noch im Schlepptau, im Ziel erschien er dann aber auf weiter Flur alleine. Noch extremer schien es bei den ganz kleinen (Jg. 2007 u. jünger) zu sein, erschien doch der Führende schon nach einer Runde allein, doch war dieser offenbar in der falschen Kategorie gestartet. Jannis Schöb, welcher das Rennen gewann, erreichte das Ziel ganz normal, zusammen mit seinem Onkel.

Streckenrekord bei den Schülerinnen

Die Schülerinnen und Schüler liefen in vier verschiedenen Kategorien, aufgeteilt nach Geschlecht und Alter (Jg. 97-00, bzw. 01-04). Die einzelnen Teilnehmerfelder waren zum Teil beeindruckend gross, für Nachwuchs scheint in der Läuferszene gesorgt zu sein. Sensationell war die Leistung von Lara Alemanni aus Urdorf bei den älteren Schülerinnen, welche einen neuen Streckenrekord (6:52,1min. für die kleine Runde von 1.95km) aufstellte und dies, obwohl sie noch ein weiteres Jahr bei den Schülerinnen wird starten können! Sie war mit dieser Zeit auch rund fünf Sekunden schneller als der schnellste Knabe gleichen Alters. Beim Siegerinterview stellte sich dann heraus, dass sie eigentlich Fussball spielt und am Walliseller Lauf vor allem des guten Zwecks wegen teilnahm.

Interessante Stafetten

In der Vergangenheit war es am Walliseller Lauf mit Gruppenkategorien immer eher schwierig. Anfangs erfreute sich die Kategorie Sie&Er recht grosser Beliebtheit, doch die nahm mit den Jahren ab. Man versuchte es danach mit verschiedenen Stafettenformen, doch so richtige Erfolgsgeschichten entstanden daraus nicht. Dieses Jahr nahmen nun nicht weniger als achtzehn Vierergruppen am Stafettenlauf über vier kleine Runden teil und prompt zeigte sich, wie spannend diese Kategorie für die Zuschauer sein kann. An der Spitze gab es diverse Wechsel und drei Gruppen hatten bis zum Schluss eine Chance auf den Sieg. Local.ch, welches nach der ersten Runde deutlich geführt hatte, wurde nach der zweiten Runde von Hochwacht Zug an der Spitze abgelöst, doch nach der dritten Runde lag plötzlich "Wildi Palma due" mit dem Mitglied des OK, Patrick Rogalla, an der Spitze. Hochwacht Zug war jetzt zweiter, Local.ch lag schon weit zurück. Auf der letzten Runde verteidigten die Führenden ihre Position, während der Schlussläufer von Local.ch nochmals zum Schlussläufer von Hochwacht aufgeschlossen hatte, ihm aber im Schlusspurt unterlag.

Imposante Felder in allen Kategorien

Der Teilnehmerrekord war ein Rekord mit Ankündigung. Schon bei den Voranmeldungen waren es mehr als je zuvor und wenn man die Felder der einzelnen Kategorien während des Tages anschaute, wunderte es einen nicht, dass er dann auch zustande kam. Auch bei den Walkerinnen und Walkern, die dieses Jahr unterteilt in die Kategorien "Classic" und "Nordic" auf die Strecke gingen, waren über 100 Sportlerinnen und Sportler am Start. Eine Rangliste gibt es bei den Walkerinnen und Walkern nicht, ganz im Gegensatz zu den Kategorien Männer und Frauen "offen", bei denen auch nahezu 200 Läuferinnen und Läufer am Start waren. Diese absolvierten dieses Jahr erstmals eine grosse Runde und nicht mehr zwei kleine wie früher, weshalb die Siegerzeit logischerweise einen neuen Streckenrekord darstellt, sich aber nicht mit früheren Zeiten vergleichen lässt.

"Gänsehautatmosphäre" in den Hauptkategorien

Wenn sich das Feld der Hauptkategorien auf die Strecke wälzt, ist das für die Zuschauer ein eindrückliches Erlebnis. Notabene kein Moment, denn bis alle wirklich auf der Strecke sind, dauert und dauert es. Und wenn dann nach einer Runde das Zielgelände durchlaufen wird, will das in die Länge gezogene Feld gar nicht mehr aufhören! Immer noch mehr Läufer tauchen auf, es wird geklatscht, zugejubelt und dies von Angehörigen, Bekannten, aber auch gänzlich Unbekannten. Und die Bilder im Ziel sind nicht weniger emotional. Endspurt reiht sich an Endspurt, das Letzte wird noch aus dem Körper herausgeholt, nach dem Überqueren der Ziellinie der Blick auf die Uhr: Wurde das persönliche Ziel erreicht? Häufig danach ein Lächeln trotz aller Anstrengung und ebenso häufig der Handshake mit dem Gegner des Endspurts, die Umarmung mit den Angehörigen oder dem Laufkollegen, der das Ziel schon vorher erreicht hat.

Ein kommender Seriensieger?

Wie es sich für einen Jubiläumslauf gehört, standen auch diverse ehemalige Sieger am Start, unter ihnen auch das Urgestein Christian Zwicky, der neben diversen Siegen vor allem eine riesige Anzahl an Teilnahmen angehäuft hat, oder der Rekordhalter Thomas Benz. Nach einigen Jahren Absenz war auch Ruben Oliver am Start, welcher in Wallisellen schon gewonnen hat und natürlich fehlte auch der Vorjahressieger, Maximilian Schwetz, nicht. Bei den Frauen war Maja Gautschi, eine Seriensiegerin vergangener Jahre, die grosse Figur am Start.

Nach der ersten Runde tauchte Schwetz bereits an der Spitze auf. Er liess sich durch die starke Konkurrenz absolut nicht beeindrucken und lief sein Rennen von der Spitze weg. Bekele Negussie aus Wallisellen, ein neues Gesicht am Walliseller Lauf, schien ihm noch am ehesten gefährlich werden zu können, folgte er Schwetz doch mit kurzem Abstand. Der drittplatzierte Ruben Oliver kam für den Sieg nach einer Runde bereits nicht mehr in Frage. In der zweiten Runde setzte sich der Führende von seinem ärgsten Konkurrenten noch deutlich ab. Oliver behauptete seinen dritten Platz dahinter, allerdings relativ knapp. Benz, der Rekordhalter spielte in diesem Rennen genauso wenig eine Rolle wie das Urgestein Zwicky. Immerhin platzierten sich diese beiden auf den Rängen fünf und sechs. Wenn Schwetz in Zukunft weiter am Walliseller Lauf teilnimmt und weiterhin diese Stärke ausspielt, könnte da ein Seriensieger heranwachsen.

Ebenso souverän wie der Herrensieger war Maja Gautsch bei den Damen. Ihr Start-/Zielsieg war nie gefährdet.

Projekt "Run for Kids" ein Riesenerfolg

Vor einem Jahr hatte der Walliseller Reto Hunziker sein Projekt "Run for Kids" am Walliseller Lauf vorgestellt. Mittlerweile ist dieses Projekt Geschichte. Hunziker lief im vergangenen Jahr dem Rhein entlang von der Quelle bis zur Mündung und verkaufte die gelaufenen 1333 Kilometer zu Gunsten krebsbetroffener Kinder und Jugendlicher. Nicht weniger als sfr. 55'555.- kamen bei dieser Mammutleistung zusammen!

Checkübergabe als Höhepunkt

Diesen Betrag übergab Hunziker in Form eines riesigen Checks an die anwesenden Vertreter der Kantonalen Krebsliga, Monika Burkhalter und Sven Fäh. Von Mike Spiewock interviewt, plauderte Hunziker einige Begebenheiten seines tollen Projekts aus. So gab es vor allem zu Beginn des Laufs einen schwierigen Moment, während dem es Hunziker wirklich schlecht ging, welcher sich als pièce de resistence erweisen sollte. Als dieser überwunden war, lief es dann prächtig und den Moment des Erreichens des Meers bei Hoek van Holland schilderte er als sehr emotional. Ebenfalls bei der Checkübergabe anwesend war Mario Ricci, welcher sich vor einem Jahr am Walliseller Lauf spontan als Begleiter Hunzikers zur Verfügung gestellt hatte.

Neben dem Check Hunzikers nimmt sich der, vom OK durch den dieses Jahr am Jubiläumslauf erwirtschaftete, an die Krebsliga überwiesene, Betrag von sfr. 35'000.- fast bescheiden aus. Doch auch dieser Betrag bedeutet Rekord! Die beiden Vertreter der Krebsliga überbrachten den Dank der Kinder und Jugendlichen, welche im vergangenen Jahr dank des Walliseller Laufs ein Ferienlager hatten besuchen können. Weiter stellten sie klar, dass der Walliseller Lauf in den 20 Jahren seines Bestehens bereits über eine halbe Million Franken für krebskranke Kinder und Jugendliche zusammen gebracht hat. Eine unglaubliche Zahl!

Die Gemeinde Wallisellen honoriert Eigeninitiative

An der Checkübergabe war mit Bernhard Krismer der Gemeindepräsident persönlich anwesend. Er gratulierte Reto Hunziker und dem Ok des Walliseller Laufs für ihr Engagement für einen guten Zweck. Insbesondere betonte er die Wichtigkeit von Eigeninitiative und "Hilfe zur Selbsthilfe". Für die Gemeinde Wallisellen ist solches Engagement beispielhaft und deshalb hat sie den Walliseller Lauf von Anfang an auch unterstützt. Dies unterstrich Bernhard Krismer einmal mehr auch mit einem Check der Gemeinde, welche den sonst schon grossen Betrag um sfr. 5'000.- grosszügig aufrundete.

Nach zwanzig Jahren ist das Kind erwachsen

Danach ehrte das Ok seinen Präsidenten, Stefan Cescutti, mit einem Gutschein für ein Wellness-Weekend für sein riesiges Engagement und seine Arbeit für den Anlass während der vergangenen zwanzig Jahre. Der Walliseller Lauf ist ganz eindeutig sein Kind. Aber Kinder werden irgendwann einmal erwachsen. Für Cescutti heisst das, dass er die Verantwortung nun in andere Hände geben will. Sandra Bärlocher, welche schon längere Zeit für den Walliseller Lauf in verschiedenen Funktionen engagiert ist, wird sein Amt übernehmen. Allerdings wird sie weiterhin auf die bewährten Kräfte des OK zählen können. Und auch der Vater wird nicht völlig von seinem Kind lassen und im Hintergrund zur Verfügung stehen.


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