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Auch ohne Rekorde ein erfolgreicher Laufsonntag

(Bericht Anzeiger von Wallisellen 6. November 2008 / Karl Schlumpf)

Dass der Walliseller Lauf zu Gunsten krebskranker Kinder eine etablierte Veranstaltung ist, zeigte sich am vergangenen Sonntag einmal mehr. Neudeutsch würde man von einem Qualitätslabel sprechen. Konstant gute Leistungen von Veranstalter über Teilnehmer bis hin zu Helfer werden von den gutgelaunten, zahlreich erschienenen Zuschauern mit guter Stimmung und immer wieder warmem Applaus honoriert. Kurzum ein gelungener professionell organisierter Anlass, der keine Rekorde benötigt, um erfolgreich zu sein. Oder vielleicht doch ? Als Zückerchen würde man sich einen solchen in Zukunft wieder einmal wünschen.

Das erfahrene Organisationskomitee griff auf ihr bewährtes Konzept zurück und gab der Veranstaltung ihr bekanntes Gesicht. Streckenführung, sowie die Organisation des Start-/ Zielgeländes wurden beibehalten, beziehungsweise nur kleine Retuschen angebracht. So wurde beispielsweise der Zieleinlauf gegenüber früherer Jahre gestreckt, um diese eher heikle Passage zu entschärfen. Andererseits wurde die Kategorie "Plausch", die im vergangenen Jahr genau so wenig eingeschlagen hatte wie im Jahr zuvor die "2er-Teams", radikal gestrichen und durch eine neue Kategorie ersetzt.

Organisatoren für Innovation belohnt

Dies sollte sich auszahlen. Erstmals gingen in der neuen Kategorie "3er-Teams" gleich deren 21 an den Start. Dies darf man sicher als Erfolg werten. Weniger wurde von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, sich als 3er-Gruppe klassieren zu lassen, wenn man mit Gleichgesinnten in den Kategorien Männer oder Frauen "offen" startete. Nur gerade vier Gruppen erscheinen im Klassement. Insgesamt klassierten sich an diesem 16. Walliseller Krebslauf 1402 Läuferinnen und Läufer in 23 Kategorien.

Plafond von Teilnehmern erreicht

Damit wurde der Teilnehmerrekord von 1467 Läuferinnen und Läufern aus dem Jahre 2005 einmal mehr knapp verpasst. Andererseits erreichten seit 2003 immer mehr als 1200 Startende das Ziel. Damit kann man von einem Plafond sprechen, der mittlerweile erreicht ist. Dies allerdings auf erfreulich hohem Niveau. Wenn Jahr für Jahr sich weit über 1000 Laufbegeisterte für den guten Zweck des Walliseller Laufs mobilisieren lassen, ist das ein respektabler Erfolg. Womit wir wieder beim Begriff Qualitätslabel wären.

Mehr als nur ein Lauf

Dies auch deshalb, weil zum Walliseller Lauf auch Attraktionen gehören, welche aus der Laufveranstaltung einen eigentlichen Event machen. Wie schon letztes Jahr gab es für die Teilnehmenden ein Warm up unter professioneller Anleitung von Jazzercize Wallisellen. Diesmal allerdings gleich neben dem Warteraum beim Start, weshalb dieses Angebot weit mehr genutzt wurde und auch viel besser zur Geltung kam. Es war durchaus auch für Zuschauer attraktiv. Einmal mehr spielte am diesjährigen Lauf eine Steelband, diesmal die Pantastics aus Zürich. Die heissen Rhythmen aus der Karibik bildeten einen willkommenen Kontrast zum doch kalten und meist grauen Novembersonntag. Und zum Walliseller Lauf gehören natürlich die "Chlüppliseck" aus Kloten. Die Gugge peitschte einmal mehr die Läufer an den Steigungen des Laufs richtiggehend hoch und half, die letzten Reserven frei zu machen. Nicht zu übersehen waren auch die bunten Ballongebilde, welche viele der Kleinsten bei sich trugen. Hergestellt hatten sie die Zauberer Seppino und Manolito, die sich seit Jahren der Unterstützung krebskranker Kinder verschrieben haben.

Schon wieder: neuer Sieger - erfolgreiche Titelverteidigerin

Letztlich ging es aber am vergangenen Sonntag um Laufsport. Und was man da zu sehen bekam, war teilweise beeindruckend. Das riesige Feld der Hauptkategorien beim Start ist immer wieder eine Augenweide. Gleiches ist zu den spannenden Positionskämpfen zu sagen, die nicht nur im Start-/Zielgelände zu beklatschen sind, sondern auch via Grossbildschirm von den wichtigsten Stellen der Strecke, insbesondere auch dem Rebberg, live in die Mehrzweckhalle gesendet werden. Leider fehlten viele der Dominatoren der vergangenen Austragungen. Ausgenommen die Damensiegerin der letzten beiden Jahre, Maja Gautschi, aus Grüt. Sie lief von allem Anfang allen anderen Frauen davon und hielt zwar nicht mit den besten Männern aber doch der erweiterten Spitze mit. Sie lief die siebzehntbeste Zeit des Tages und war dennoch fast eine halbe Minute langsamer als letztes Jahr. Dies zeigt, dass leistungsmässig die Spitze unter dem Niveau der letzten Jahre blieb. Herrensieger Jürg Elmer aus Hombrechtikon distanzierte den zweiten, Paulo Miralhos aus Frauenfeld, zwar um mehr als eine halbe Minute und gewann äusserst souverän, war aber seinerseits 13 Sekunden langsamer als der Vorjahressieger und verpasste den Streckenrekord von Thomas Benz aus dem Jahr 2000 um fast zweieinhalb Minuten. Dies soll Elmers Leistung in keiner Weise schmälern, zeigt aber eben auch, dass Rekorde alles andere als eine Selbstverständlichkeit sind, vor allem bei einem Lauf, der bereits auf eine sechzehnjährige Geschichte zurück blickt.

Grosse Vielfalt

Obwohl die Hauptkategorien das Kernstück eines Laufs bilden, darf man die anderen Kategorien nicht vergessen. Und davon gibt es beim Walliseller Lauf eine ganze Menge. In den knapp vier Stunden, während der jeweils gelaufen wird, gibt es kaum eine tote Minute. Dauernd ist irgendeine der nicht weniger als 23 Kategorien unterwegs. Dabei springt immer wieder die Ernsthaftigkeit ins Auge, mit der teilweise zur Sache gegangen wird. Da sind die Dreikäsehochs der Kategorie "Vater oder Mutter/Kind" zu erwähnen, die ihren Begleitern teilweise alles abverlangen. Oder die etwas grösseren Knaben, welche alleine auf die Strecke gehen und beim Start richtiggehend zurück gehalten werden müssen, damit sie nicht schon mit den Mädchen, welche fünf Minuten früher starten, losrennen. Oder die Walker, die am Start alles andere als regelkonform eher rennen, denn gehen, um sich in eine vorteilhafte Position zu bringen. Mitmachen ist zwar wichtiger als gewinnen, aber wenn schon, dann mit vollem Einsatz!

Krebs betroffenen Kindern und Jugendlichen Ferien ermöglichen

Als der OK-Präsident, Stefan Cescutti, vor sechzehn Jahren den Walliseller Lauf "erfand", ging es ihm darum, ein Zeichen gegen die Krankheit Krebs zu setzen. Seither sind dank des Walliseller Laufs weit über 250000 Franken in den Fonds zu Gunsten krebskranker Kinder geflossen. Wahrlich ein beeindruckendes Zeichen! Dieses Jahr wird mit Sicherheit ein weiterer fünfstelliger Betrag dazu kommen. Um möglichst konkret etwas zu bewirken, wird das Geld zweckgebunden verwendet, um Krebs betroffenen Kindern und Jugendlichen Ferien zu ermöglichen, etwas was ihnen sonst wohl verwehrt bliebe. Wer mehr über den Fonds erfahren möchte, findet auf der Homepage der Krebsliga des Kantons Zürich, welche den Fonds verwaltet, weiterführende Informationen. Sicherlich strahlt der gute Zweck, welcher dem Walliseller Lauf zu Grunde liegt, auf die Veranstaltung aus. Es ist immer wieder wohltuend, sich inmitten fröhlicher Gesichter zu bewegen und zu spüren, dass da viele hunderte Menschen in verschiedener Funktion zusammen kommen, um etwas Sinnvolles zu bewirken.

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