Zahl 13 brachte alles, nur kein Unglück

(Bericht Anzeiger von Wallisellen, 10. November 2005 / Karl Schlumpf)

Wer abergläubisch ist, musste damit rechnen, dass die dreizehnte Austragung des beliebten Walliseller Laufs in irgendeiner Form Unglück bringen würde. Doch alles Mögliche - nur kein Unglück - bescherte die Austragung dieses laufsportlichen Anlasses den Aktiven, Helfern und Zuschauern. Das Wetter - ein grauer Novembersonntag war es zwar - blieb trocken und war für Laufsport geradezu ideal, die vom OK geplanten Neuerungen schlugen ein und vor allem wurde ein neuer Teilnehmerrekord erzielt und die Veranstaltung ging ohne jegliche Probleme dank perfekter Organisation in angenehmer Atmosphäre mit einem neuen Streckenrekord in der Kategorie Schüler M8 über die Bühne.

Die neu beim Walliseller Schwimmbad - dem traditionellen Start-/Zielgelände des Walliseller Laufs - gebaute Mehrzweckhalle bot sich geradezu an, in die Austragung des diesjährigen Laufs eingebaut zu werden. Das OK begnügte sich aber nicht damit, einfach die neu zur Verfügung stehende Infrastruktur zu benutzen, nein es führte die Strecke kurz vor dem Ziel gleich quer durch die Halle.

Strecke durch die Beiz

Da im Übrigen die Halle für den Restaurant-Betrieb genutzt wurde, führte der Parcours gleichsam mitten durch die Beiz! Dies tat der Stimmung nur gut, die Läuferinnen und Läufer wurden lautstark angefeuert und unterstützt. Weiter wurden Bilder direkt von der Strecke (Start/Ziel, Steigung an der Bubentalstrasse, Einbiegen ins Schwimmbadgelände) auf eine Grossleinwand projiziert, was den Zuschauern einen guten Einblick ins Renngeschehen vermittelte. Einmal mehr zeigte sich, dass das OK mit seinen innovativen Ideen dieser Veranstaltung immer wieder neue Impulse gibt.

Attraktionen gehören dazu

In der Mehrzweckhalle durfte natürlich Zauberer Seppino nicht fehlen. Er, der früher selbst mitgelaufen war, engagiert sich seit Jahren für krebskranke Kinder und erfreute die Kleinen und Kleinsten auch dieses Jahr mit seinen bunten Ballongebilden. Die Guggemusig Chlüppliseck aus Kloten gehört beim Walliseller Lauf mittlerweile schlicht dazu. Seit der ersten Austragung treiben ihre lärmigen Klänge die Läuferinnen und Läufer den ruppigen Rebberg im Hörnligraben hoch und auch ein Schlusskonzert im Zielgelände ist ein Muss. Dieses Jahr war es natürlich besonders laut, da die Töne von den Wänden der Mehrzweckhalle zurück hallten und zu ohrenbetäubendem Krach - musikalischem natürlich - anschwollen. Der Fluglärm geprüften Walliseller Bevölkerung vermag eine solche Dezibel-Orgie aber wenig anzuhaben, im Gegenteil, die Voraussetzung, dass diese Klänge genossen werden können, sind gleichsam ideal.

Erstmals eine Steelband

Weniger mit Lautstärke als mit einem unheimlich breiten Repertoire karibischer Klänge wusste die erstmals engagierte Steelband Kaleidoscope auf sich aufmerksam zu machen. Die Musikerinnen und Musiker hatten sich beim Ausgang der Mehrzweckhalle gleich vor dem Ziel postiert und gaben den teilweise von den Strapazen der Strecke gezeichneten Läuferinnen und Läufern den letzten Schub, um die Kräfte für den Endspurt zu bündeln und das Ziel zu erreichen. Dabei wurden alle möglichen Songs verschiedener Stilrichtungen "karibisiert" - für einen grauen Novembersonntag genau das Richtige.

Einziger Streckenrekord bei den Schülern

Eröffnet wurde das sportliche Programm des Tages von den Schülerinnen und Schülern. Für die diesjährige Austragung hatten sich dermassen viele Laufsportler angemeldet, dass zum ersten Mal Geschlechter getrennt zu zwei Startzeiten gelaufen werden musste. Dabei erzielte der fünfzehnjährige Romario Gassmann aus Affoltern am Albis den einzigen Streckenrekord des Tages. Er verbesserte die fünf Jahre alte Bestmarke von Loris Hutterli um fünf Sekunden und distanzierte dabei den Zweiten, Pascal Giger aus Ebikon, auf den knapp zwei Kilometern um über eine halbe Minute.

Dem Vater davon gerannt

Bevor um 13.30 Uhr die Hauptkategorien auf die Strecke gingen, wurde den Zuschauern abwechslungsreicher Sport geboten. Männer und Frauen offen, Walking, Sie&Er, sowie Vater/Mutter+Kind waren die Kategorien. Dabei zeigte sich, dass Walking weiter im Trend liegt, Sie&Er dafür - warum eigentlich? - eher zum Auslaufmodell wird, gingen doch deutlich weniger Paare als auch schon an den Start dieser eigentlich sehr spannenden Stafettenkonkurrenz. Immer beliebter wird die Kategorie Vater oder Mutter + Kind, in der maximal siebenjährige Knirpse mit einem Elternteil (oder manchmal auch dem Grossvater, der Tante, oder sonst einem Erwachsenen) immerhin gut eineinhalb Kilometer unter die Füsse nehmen. Wie schnell diese kleinen Sportler schon sein können, zeigt das Beispiel des zweitplazierten Lukas Winkler aus Hochfelden, der seinem Vater kurzerhand davonrannte und weit vor diesem das Ziel erreichte.

Hochklassiger Zweikampf und zweitschnellste Dame aller Zeiten

Höhepunkt des Walliseller Laufs sind aber natürlich die Hauptkategorien, bei welchen Frauen und Männer zweimal die grosse Runde von knapp fünf Kilometern zu absolvieren haben, wobei natürlich die zweimalige Bewältigung der rüden Steigung des Rebbergs im Hörnligraben von den Läuferinnen und Läufern besonders viel abverlangt. Das Feld am Start gab ein imposantes Bild ab, das einen an Veranstaltungen wie den New Yorker Marathon oder den Silvesterlauf in Zürich erinnerte. Während die Läuferinnen und Läufer der ersten Startreihen losspurten, dauert es bei den hinteren Reihen eine ganze Weile, bis sich das Feld sich so weit auseinander gezogen hat, dass die Läufer überhaupt ihren Rhythmus finden können.

An die Spitze des Feldes setzten sich sofort zwei in Wallisellen altbekannte Gesichter. Ruben Oliver der Vorjahressieger, der auch in früheren Jahren immer wieder an der Spitze mitgelaufen war, sowie Christian Zwicky, der den Walliseller Lauf bereits diverse Male gewonnen hatte, tauchten nach einer Runde gemeinsam mit einem riesigen Vorsprung im Zielgelände auf, dass klar war, dass nur einer dieser beiden am Schluss an der Spitze sein konnte. Auf der zweiten Runde entschied Oliver den hochklassigen Zweikampf für sich und traf nach 31:31.6min. im Ziel ein. Dies ist zwar keine absolute Spitzenzeit, doch soll das die Leistung des Siegers in keiner Weise schmälern, denn er siegte am Schluss souverän.

Während das Männerrennen vom Zweikampf Zwicky-Oliver geprägt war, drückte dem Frauenrennen eine Läuferin den Stempel auf. Ruth Branson aus Zürich distanzierte die zweitplazierte Maja Gautschi aus Grüt um über eineinhalb Minuten, die übrigen Konkurrentinnen um rund fünf Minuten und mehr ! Messen konnte sie sich eigentlich nur mit dem fünfjährigen Streckenrekord von Sabine Fischer, einer Superzeit notabene, den sie dann doch um fast zwanzig Sekunden verpasste. Aber mit ihrem fulminanten Lauf setzte sie sich an die zweite Stelle der ewigen Bestenliste des Walliseller Laufs. Eine wahrlich feine Leistung!

Guter Zweck als Hauptziel

Die vielen Helfer, das umtriebige OK, die 1467 Läuferinnen und Läufer, die ins Ziel kamen und damit den letztjährigen Teilnehmerrekord nochmals leicht verbesserten, die zahlreichen Zuschauer, sie alle erlebten einen letztlich kurzweiligen, friedlichen und fröhlichen Novembersonntag und alle konnten sich irgendwie als Sieger fühlen, denn sie alle hatten dazu beigetragen, etwas Tolles zu ermöglichen. Es handelt sich um ein Ferienlager für krebskranke Kinder, welches die kantonale Krebsliga Jahr für Jahr mit den Spendengeldern des Walliseller Laufs organisiert. Wie gross der Check sein wird, der dieses Jahr überreicht werden kann, ist zur Zeit noch offen, doch bei der erfolgreichen Durchführung dieses Jahres mit der grossen Unterstützung der vielen Sponsoren, ist mit einem namhaften und erfreulichen Betrag zu rechnen.