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Kein Tag der Superlative - dennoch ein rundum gelungener Anlass

(Bericht Anzeiger von Wallisellen, 9. November 2006 / Karl Schlumpf)

Kein einziger neuer Streckenrekord, kein neuer Teilnehmerrekord, dafür kaltes aber traumhaft schönes Herbstwetter als idealer äusserer Rahmen, eine nahezu perfekte Organisation, über 1300 Läuferinnen im Ziel der verschiedenen Kategorien, zufriedene Gesichter allenthalben und mit Sicherheit ein stolzer Einnahmenüberschuss für einen guten Zweck - der Walliseller Lauf hielt einmal mehr, was er seit Jahren verspricht.

Wie erstmals vor einem Jahr wurde die neue Mehrzweckhalle optimal in die bestehende Infrastruktur im traditionellen Start-/Zielgelände beim Hallenbad und Gemeindehausparkplatz eingebaut. Wiederum verlief die Laufstrecke quer durch die Halle, welche gleichzeitig als Restaurant genutzt wurde. Die Läufer liefen dabei quasi durch die Beiz. Bilder von der Strecke wurden in der Halle auf eine Grossleinwand projiziert, was für die Zuschauer in der Halle natürlich attraktiv ist.

Plafond erreicht?

Die äusseren Bedingungen waren am vergangenen Sonntag für Laufsport geradezu ideal. Der Herbst zeigte sich mit seiner ganzen farbigen Pracht und dennoch blieben die Temperaturen tief. Dass bei diesem Rahmen kein neuer Teilnehmerrekord zustande kam, erstaunt deshalb, lässt sich aber wohl damit erklären, dass in Bezug auf die Teilnehmerzahl ein Plafond erreicht ist. Die Teilnehmerzahl steigt seit Beginn fast kontinuierlich an, einen Einbruch gab es lediglich 1998, was aber durch das schlechte Wetter damals erklärbar war. Die 1319 Läuferinnen und Läufer, welche in diesem Jahr das Ziel erreichten, sind aber eine stattliche Zahl und sollte sich die Teilnehmerzahl auf diesem Niveau einpendeln, wäre dies eine stattliche Grösse.

Neue Kategorie floppt

Das innovative OK wird aber möglicherweise Ideen finden, den Lauf noch attraktiver zu machen und die Teilnehmerzahl auch künftig ansteigen zu lassen. Ein diesbezüglicher Versuch floppte allerdings in diesem Jahr. Die ursprünglich sehr erfolgreiche Kategorie "Sie&Er" hatte in den letzten Jahren immer weniger Teilnehmer angezogen, weshalb sie in diesem Jahr durch eine Kategorie "2er-Teams" ersetzt wurde. Der Zuspruch war aber so gering, dass davon ausgegangen werden kann, dass diese Kategorie im nächsten Jahr wieder gestrichen wird.

Wieder eine Steelband und die legendären "Chlüppliseck"

Ein Walliseller Lauf ohne die Guggemusig "Chlüppliseck" aus Kloten scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Sie waren bei der vierzehnten Austragung auch zum vierzehnten Mal dabei! Wahrlich ein Zeichen von Treue. Für die Läuferinnen und Läufer, welche sich den Rebberg hinaufquälen müssen, muss es wie ein Energieschub sein, wenn die Gugge daneben schräg, aber laut und rhythmisch Gas gibt. Die Musikerinnen und Musiker der Steelband Pantaloni hatten sich beim Ausgang der Mehrzweckhalle gleich vor dem Ziel postiert und gaben den teilweise von den Strapazen der Strecke gezeichneten Läuferinnen und Läufern den letzten Schub, um die Kräfte für den Endspurt zu bündeln und das Ziel zu erreichen. Die zahlreichen Songs aus verschiedenen Stilrichtungen brachten einen exotischen Touch in den kalten Novembersonntag.

Für Nachwuchs ist gesorgt

Wie immer wurde das sportliche Programm des Tages von den Schülerinnen und Schülern eröffnet. Beeindruckend zu sehen, wie viele Kinder und Jugendliche dem Laufsport frönen! Offenbar gibt es hier keine Nachwuchssorgen. Schnellster der Kategorie M8 (Schüler Jg 91-94) war Roger Habegger aus Dübendorf. Er verfehlte den gültigen Streckenrekord um ziemlich genau eine halbe Minute, da er aber vom Jahrgang her noch zweimal in dieser Kategorie wird starten können, dürfte der Rekord in den kommenden zwei Jahren wackeln, wenn Roger dabei bleibt. Bei den acht bis elf jährigen Schülerinnen und Schülern fiel auf, dass die drei schnellsten Zeiten allesamt von Mädchen gelaufen wurden. Fast noch beeindruckender, als dem Feld der Schülerinnen und Schüler zuzuschauen, war es, die Allerkleinsten in Aktion zu sehen. Da gab es kleinste Knirpse, welche an der Hand von Vater, Mutter oder Götti immerhin über eineinhalb Kilometer zurücklegten. Die grösseren unter ihnen zum Teil in schon bestechendem Tempo. Manch ein Vater oder eine Mutter tat sich schwer, der Pace seines Schützlings zu folgen.

Beeindruckendes Hauptfeld und neue Sieger

Höhepunkt des Walliseller Laufs sind aber natürlich die Hauptkategorien, bei welchen Frauen und Männer zweimal die grosse Runde von knapp fünf Kilometern zu absolvieren haben. Der Parcours, bei dem es zweimal die anspruchsvolle Steigung des Rebbergs zu bewältigen gilt, verlangt den Läufern einiges ab. Das Feld am Start gab ein imposantes Bild ab, das einen an grosse Laufsportveranstaltungen erinnerte. Während die Läuferinnen und Läufer der ersten Startreihen losspurten, dauert es bei den hinteren Reihen eine ganze Weile, bis sich das Feld so weit auseinander gezogen hat, dass die Läufer überhaupt ihren Rhythmus finden können.

Eher überraschend tauchte nach der ersten Runde ein neues Gesicht solo an der Spitze auf: Lukas Stähli vom LC Meilen. Wenig dahinter folgte eine Dreiergruppe mit dem schon mehrmals in Wallisellen siegreichen Christian Zwicky aus Gockhausen. Vorjahressieger Ruben Oliver folgte noch weiter zurück in einer anderen Verfolgergruppe. Auf dem zweiten Streckenteil vermochte Lukas Stähli seinen Vorsprung deutlich auszubauen und er erreichte das Ziel souverän solo. Rund eine halbe Minute später verwies der erst 20- jährige Jan van Berkel aus Winkel den routinierten Christian Zwicky im Endspurt auf Rang drei, während sich Vorjahressieger Ruben Oliver aus Zürich immerhin noch den vierten Rang zu sichern vermochte.

Zwar waren die Zeiten der schnellsten Herren nicht absolute Spitze, doch ist zu bedenken, dass die Strecke, seit sie durch die Mehrzweckhalle führt, insgesamt rund sechzig Meter länger geworden ist. Dies macht doch 10-15 Sekunden Laufzeit aus. Unter diesen Umständen ist die Siegerzeit der Frauen, welche das fünftschnellste Frauenresultat aller Zeiten darstellt, nicht zu unterschätzen. Dies um so mehr als der rund eine Minute schnellere Streckenrekord von Sabine Fischer, einer damals absoluten Spitzenläuferin stammt! Siegerin wurde Maja Gautschi aus Grüt bei Gossau, die die zweite, Brigitte Gyr aus Wald, um über zwei Minuten distanzierte! Erwähnenswert ist sicher auch der dritte Rang von Lina Miglar aus Wallisellen, die noch Juniorin ist.

Schöner Batzen für den Fonds zu Gunsten krebskranker Kinder

Wie gross der Betrag sein wird, welcher dieses Jahr in den Fonds zu Gunsten krebskranker Kinder, welcher durch die kantonale Krebsliga verwaltet wird, überwiesen wird, kann man im Moment noch nicht beziffern. Dank der vielen freiwilligen Helfer, den zahlreichen, grosszügigen Sponsoren und Gönnern und natürlich den weit über 1000 Läuferinnen und Läufern wird auch dieses Jahr sicher ein stattlicher fünfstelliger Betrag resultieren. Und damit ist auch gesagt, dass dank dieses ideellen Hintergrunds, am Walliseller Lauf sich immer eigentlich alle ein bisschen als Sieger fühlen können.

wallisellen glatt rivella