Ein gelungenes Jubiläum - auch ohne Rekorde

(Bericht Anzeiger von Wallisellen, 6. November 2007 / Karl Schlumpf)

Wetterglück, aber kein Herbstwetter der Superlative, eine stattliche Teilnehmerzahl von über 1200 Läuferinnen und Läufern, aber kein neuer Teilnehmerrekord, solide, zum Teil bemerkenswerte Laufleistungen aber kein einziger Streckenrekord, so präsentierte sich die Jubiläumsausgabe des Walliseller Laufs zu Gunsten krebskranker Kinder. Natürlich gepaart mit einer entspannten, fröhlichen Atmosphäre und einem attraktiven Rahmenprogramm.

Wenn man eine Laufveranstaltung schon zum fünfzehnten Mal organisiert, kann man neue Rekorde nicht einfach erwarten. Eine solche Veranstaltung hat bereits eine gewisse Geschichte und so ist es nicht weiter erstaunlich, dass es sowohl bei der Teilnehmerzahl, als auch bei den Laufleistungen nicht immer nur aufwärts geht.

Professionelle Organisation

Dass offensichtlich bei der Teilnehmerzahl ein Plafond erreicht ist, liegt mit Sicherheit nicht an den Organisatioren. Hier klappte alles wie am Schnürchen und man merkt, dass hier ein eingespieltes Team am Werk ist. Die Infrastruktur beim traditionellen Start-/Zielgelände beim Hallenbad ist erprobt und wird dennoch im Detailbereich unter Einbezug von Läuferwünschen wenn immer möglich optimiert. So präsentierte sich dieses Jahr die Schlusskurve weniger eng, was allerdings dazu führte, dass Auslauf und Zeitmesswagen verschoben werden mussten.

Grenzen der Innovation

Das OK ist immer wieder bemüht, den Lauf noch attraktiver zu gestalten und ersetzt weniger erfolgreiche Kategorien durch neue. Die Kategorie "2er-Teams", welche letztes Jahr floppte, wurde 2007 durch die Kategorie "Plausch" ersetzt, in der auch das Outfit eine Rolle spielen sollte. Dies war allerdings ein Schlag ins Wasser. Die Teilnehmer, welche an den Start gingen, waren alles andere als fantasievoll gekleidet und es waren lediglich deren elf! Es zeigt sich, dass gute Ideen nicht zwingend Erfolg haben müssen. Letztlich werden es immer die Hauptkategorien eines Laufanlasses bleiben, welche den Erfolg ausmachen.

Steelband und Gugge

Ein Walliseller Lauf ohne die Guggemusig "Chlüppliseck" ist mittlerweile fast undenkbar geworden. Die Klotener Gugge war bisher jedes Mal dabei. Dass sie mit ihren lauten Rhythmen manchen müden Füssen noch den letzten Schub bei der Bewältigung des steilen Rebbergs verschaffen, dürfte sich mittlerweile bei den Läuferinnen und Läufern hinlänglich herumgesprochen haben. Auch langsam zur Tradition wird Steelband - Musik. Diesmal waren die Barrel Drummers aus Greifensee am Werk, die mit ihren exotischen Klängen viel zur fröhlichen Atmosphäre beitrugen.

Neuer Sieger - erfolgreiche Titelverteidigerin

In den Hauptkategorien starteten dieses Jahr deutlich weniger Teilnehmer als vor Jahresfrist. Trotzdem war es eine eindrückliche Masse, die sich kurz nach Mittag auf die anspruchsvolle Strecke wälzte. Vorne weg sprinteten die Spitzenläufer, während der Hauptharst hinten träge anrollte. Schon bei Halbzeit kündigte sich mit Samuel Morf aus Dübendorf ein neuer Sieger an. Er lag zu diesem Zeitpunkt zwar nur wenige Meter vor Ruben Oliver aus Zürich, doch wirkte er frischer als sein Widersacher, der in Wallisellen sicher zu den treuesten Startern zählt und Jahr für Jahr an der Spitze mitläuft. Morf, der bereits im vergangenen Jahr den fünften Rang belegt hatte, legte auf der zweiten Runde noch zu und distanzierte Oliver deutlich. Seine Zeit aus dem letzten Jahr verbesserte er um zwölf Sekunden und war nach 32:15 Minuten im Ziel. Dies reichte zum deutlichen Sieg ist allerdings die schlechteste Siegerzeit der letzten Jahre. Auch in Bezug auf die Leistungsdichte war die Spitze dieses Jahr eher schmal, was sich auch daran zeigt, dass die schnellste Frau, Maja Gautschi aus Grüt, bereits als sechzehnte des Hauptfeldes im Ziel war! Dies liegt allerdings auch an der grossartigen Leistung der Frauensiegerin, die ihren Sieg aus dem Vorjahr wiederholte, dabei aber rund eine halbe Minute schneller war.

Lücke bei den Junioren

Wie schon vor einem Jahr waren nur wenige Junioren am Start, bei den Juniorinnen gar nur eine einzige! Hier klafft eine Lücke. Dass man sich um den Nachwuchs trotzdem keine Sorgen machen muss, zeigen die grossen Schülerfelder. Hier wurden zum Teil auch ganz erfreuliche Leistungen erzielt. Zu erwähnen vor allem die Zeit von Karim Jammoul bei den jüngeren Schülern (Jg. 96-99), der damit nur 50 Sekunden über der absoluten Schülerbestzeit blieb. Er hat nicht weniger als noch vier Jahre Zeit, sich an dieser Bestzeit zu versuchen!

Ein wirklich guter Zweck

Der Erlös des Anlasses geht wie immer an die Zürcherische Krebsliga, welche damit Krebs betroffenen Kindern und Jugendlichen Ferien ermöglicht. Die Krebsliga illustrierte dies am diesjährigen Lauf mit einer eindrücklichen kleinen Plakatausstellung. Was den Kindern in dieser - jeweils Herbst - Woche geboten wird, ist fantastisch. Aktivferien in bestem Sinne, welche bei den betroffenen Jugendlichen wirklich ankommen. Ihre Dankesworte sind für das OK sicher ein Ansporn weiterzumachen, auch wenn keine neuen Rekorde dabei herausschauen. Was allerdings noch aussteht, ist die definitive Abrechnung. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass der Krebsliga ein erfreulicher Betrag wird überwiesen werden können.