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Für einmal Wetterpech am Walliseller Lauf

Weit über 1000 Laufsportler trotzten dem garstigen Wetter

(Bericht Anzeiger von Wallisellen / Karl Schlumpf)

Erst einmal in der Geschichte des Walliseller Laufs sorgte das Wetter für negative Schlagzeilen. Bei der mittlerweile 18. Auflage am vergangenen Sonntag war es wieder soweit. Missliche Regenschauer beim Lauf der Hauptkategorien, zuvor auch eher unfreundliche Temperaturen und Nieselregen während der Läufe am Morgen. Dessen ungeachtet blieb die Zahl der Teilnehmenden mit rund 1300 nicht weit unter dem Rekord von 1467 Laufsportlern im Jahre 2005.

Das Läufergeschenk, welches alle Teilnehmenden dieses Jahr nach Hause nehmen durften, war ein Regenschirm mit dem Logo des Walliseller Laufs.

Zum Wetter passendes Läufergeschenk

Man kann nun, je nach Sichtweise, monieren, die Organisatoren hätten mit der Auswahl des Geschenks, die Wettergötter gleichsam herausgefordert und das üble Wetter richtiggehend provoziert, oder aber ihnen eine gute Nase attestieren, da sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ermöglichten, dank des perfekt zum Wetter passenden Geschenks, trockenen Fusses nach Hause zu gelangen. Wie dem auch sei, das Geschenk war praktisch bei allen Läuferinnen und Läufern auf dem Heimweg in Gebrauch und stellte damit seinen Nutzen unter Beweis.

Chipzeitmessung bewährt sich

Das Stichwort Nutzen führt uns zur am diesjährigen Lauf eingeführten technischen Neuerung, der Chipzeitmessung. Diese ermöglichte es den Organisatoren, wieder alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Hauptkategorien gemeinsam auf die Strecke zu schicken, etwas, worauf man letztes Jahr schweren Herzens verzichten musste. Damit wälzte sich wieder ein für die Zuschauer eindrücklicher Läuferstrom gemeinsam auf die Strecke und brachte den Geist der grossen Silvesterläufe oder Marathons nach Wallisellen. Für die Helfer beim Zieleinlauf war diese Neuerung zudem eine erhebliche Vereinfachung. Sie wurde allenthalben gelobt und wird wohl den zukünftigen Standard bilden.

Unverwüstliche Maja Gautschi gewinnt zum fünften Mal in Folge

Die Leistungen der diesjährigen Veranstaltung dürfen sich ohne Zweifel sehen lassen. Zwar war die Siegerzeit der Männer die langsamste der letzten zwölf Austragungen, doch der Lauf verlief dafür eher spannender als auch schon. Bei Halbzeit lag ein Trio geschlossen an der Spitze und es war zu diesem Zeitpunkt keineswegs ersichtlich, wer am Schluss obenaus schwingen würde. Sieger Lutz Körner aus Zürich setzte sich zuletzt mit zehn Sekunden Vorsprung auf Beat Elmer aus Hombrechtikon, den Sieger des Jahres 2008, durch. Eine Klasse für sich war dafür einmal mehr Maja Gautschi aus Bertschikon, welche einen unangefochtenen Start-/Zielsieg hinlegte und ihre Siegesserie auf fünf Triumphe in Folge verlängerte. Wahrlich, eine beeindruckende Konstanz! Dass sie in Wallisellen schon weit schneller gelaufen ist als dieses Jahr, tut dieser feinen Leistung keinen Abbruch.

Wie immer starker Nachwuchs

Streckenrekorde fehlten leider auch 2010, doch machten einige Nachwuchstalente mit beeindruckenden Leistungen auf sich aufmerksam. In der Kategorie Vater-/Mutter-Kind lief bei den Sechs- und Siebenjährigen Maxence Maingot aus Zürich seinem Vater und Bruder auf und davon und erreichte mit 6.19min. für die 1.7km eine Zeit, wie sie seit dem Jahre 2002 nie mehr in Wallisellen gelaufen worden war. Ähnlich beeindruckend die Leistung von Jasmin Giger aus Schönengrund, welche die Kategorie der Schülerinnen bis elf Jahre gewann, dabei aber schneller war als alle Schülerinnen der Kategorie bis 15 Jahre! Stark auch die Siegerzeit von Karim Jammoul aus Zürich bei den Schülern bis 15 Jahre. Mit 6.20min. für 1.95km verpasste er den Streckenrekord nur knapp.

Mehrzweckhalle als Glücksfall

Seit die Mehrzweckhalle in Wallisellen steht, führt der Lauf quer durch sie hindurch. Bei der misslichen Witterung in diesem Jahr zeigte sich erstmals, wie wertvoll dies ist. Die Zuschauer brauchten nicht im Regen zu stehen, um die Läuferinnen und Läufer anzuspornen, sondern konnten dies in der Halle tun. Der Widerhall der Anfeuerungsrufe war in der Halle natürlich besonders laut und so entstand zeitweise fast etwas "Hexenkesselstimmung". Zudem war es für alle Teilnehmenden wohltuend, zwischendrin an die Wärme gehen zu können und im Trockenen zu essen und zu trinken. Auf die Grossleinwand projizierte Bilder von der Strecke hielten dabei zusammen mit dem, wie immer sehr kompetenten, Speaker, Mike Spiewock, die Zuschauer auf dem Laufenden.

Nur bedingt die normale Walliseller Lauf-Atmosphäre

So gut die Stimmung in der Halle war, konnte sie doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Wetter eben schon ein Hemmfaktor für die allgemeine Atmosphäre war. Vor allem draussen im Start-/Zielgelände, aber auch entlang der Strecke waren weit weniger Leute als sonst unterwegs. Hätte nicht das Walliseller Tanzfitnessstudio Jazzercise mit seinem, zu neudeutsch, "Warm up" für die Läuferinnen und Läufer für Stimmung gesorgt, wäre es im Start-/Zielgelände erstaunlich ruhig zu und her gegangen. Immerhin setzten die fantasievollen Ballongebilde der beiden Zauberer Seppino und Manolito wohltuende Farbtupfer. Überhaupt bleibt der Walliseller Lauf ein richtiger Familienanlass. Die Eltern feuern ihre laufenden Kinder an oder umgekehrt die Kinder den laufenden Vater oder die laufende Mutter. Unter Umständen ist sogar die ganze Familie aktiv. Plakate mit Namen werden hochgehalten und applaudiert und Rasseln geschwungen. Erinnerungsfotos werden zu Hauf geknipst und wer enttäuscht ins Ziel kommt, wird aufgemuntert oder getröstet.

Nichtsdestotrotz ein Erfolg

Alles in allem war es nicht das freudige Herbstereignis der Schönwetterjahre mit allenthalben strahlenden Gesichtern, doch ein Erfolg war auch die Ausgabe 2010 des Walliseller Laufs zu Gunsten krebskranker Kinder. Es wird wieder eine dicke Spende zu Gunsten der Zürcherischen Krebsliga resultieren, welche ein tolles Ferienlager für Krebs betroffene Kinder ermöglichen wird. Die Präsentation, welche im Laufe des Sonntags immer wieder über die Leinwand in der Mehrzweckhalle flimmerte, zeigte eindrücklich, welch wertvolles Resultat der Einsatz des umtriebigen OK zusammen mit seinen Helferinnen und Helfern zutage fördert.

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