Auch der 17. Walliseller Lauf ohne Rekorde

(Bericht Anzeiger von Wallisellen / Karl Schlumpf)

Goldener Herbsttag beschert Wallisellen einen Krebslauf wie aus dem Bilderbuch

Was für ein Sonntag! Schon vom Morgen an Sonne, ideale Temperaturen für den Laufsport, und einmal mehr ein beeindruckendes Teilnehmerfeld. Trotz hervorragender Leistungen war aber auch diesmal kein Rekord zu verzeichnen, weder bei den Zeiten noch bei der Teilnehmerzahl. Dies tat der Stimmung und dem ganzen Drum und Dran dieses familiären, herzlichen Anlasses allerdings keinen Abbruch, vielmehr erlebten Zuschauer, Teilnehmer und Helfer einen goldenen Spätherbsttag fürs Gemüt.

Das Organisationskomitee versucht Jahr für Jahr aus den Erfahrungen zu lernen und damit die Veranstaltung zu optimieren. Der diesjährige Zeitplan sah einen Ablauf vor, an dem sich die Ereignisse Schlag auf Schlag jagten.

Zeitplan an der Grenze des Möglichen

Dies führte dazu, dass es diesmal im Ablauf Schwierigkeiten gab, welche man sich von früheren Jahren her nicht gewohnt war. Erstmals wurde das riesige Hauptfeld in zwei Teilfelder aufgeteilt. Die früher gestarteten Walker und Walkerinnen hatten zudem die Möglichkeit, auszuwählen, ob sie eine oder zwei Runden gehen wollten, was dazu führte, dass zeitweise Sportler aus drei verschiedenen Kategorien gleichzeitig ins Ziel kamen. Da darüber hinaus verschiedene Läufer zur falschen Zeit gestartet waren, kam die Zeitmessung in grosse Schwierigkeiten. Auch das Einweisen der Läuferinnen und Läufer ging nicht reibungslos über die Bühne. Für die nächstjährige Austragung wird da das OK diverse Modifikationen vornehmen müssen.

Melderekord, aber kein Teilnehmerrekord

Noch nie waren so viele Läuferinnen und Läufer gemeldet. Offenbar gingen aber mehr als auch schon gar nicht erst an den Start oder kamen nicht ins Ziel. Insgesamt gab es 1436 Finisher, unwesentlich weniger als im Rekordjahr 2005. Allerdings ist es auch nicht das Ziel, weiter zu wachsen, da sonst der Aufwand der Organisatoren massiv gesteigert werden müsste und sich vermutlich auch der Charakter der Veranstaltung wandeln würde. Und das will eigentlich niemand, denn anders als am diesjährigen Lauf sollen Stimmung und Atmosphäre nicht sein, denn besser geht es eigentlich nicht.

Der Superstar war auch der Sieger

Wallisellen ist der Wohnort von Sven Riederer, einem Weltklasse - Triathleten. Entsprechend gross war die Freude bei den Organisatoren, diesen klingenden Namen nicht nur auf der Meldeliste zu finden, sondern den dazu gehörenden Athleten auch tatsächlich am Start zu sehen. Damit war der Favorit für die Hauptkategorien natürlich gegeben. Wer nun aber glaubte, das Rennen würde zum Spaziergang für den Top-Athleten, sah sich getäuscht. Allerdings durchaus im positiven Sinne. Denn Christoph Menzi von der Forch erwies sich als hartnäckiger Herausforderer des Favoriten, erschien mit Riederer im Schlepptau nach der ersten Runde an der Spitze und liess sich bis zum Schluss nicht wirklich distanzieren. Lediglich 1,3 Sekunden trennten die beiden ersten im Ziel. Und dieser packende Zweikampf war auch nötig, um die "alten Herren" in die Schranken zu weisen, welche zehn Minuten früher auf die Strecke gegangen waren. Christian Zwicky, ein mehrmaliger Sieger des Walliseller Laufs in früheren Jahren, hatte nämlich eine starke Zeit vorgelegt und wurde am Schluss Dritter. Dass er von den beiden ersten schliesslich um über eine Minute distanziert wurde, lag sicher auch daran, dass diese beiden sich gegenseitig dergestalt forderten.

Maja Gautschi einmal mehr eine Klasse für sich

Weit weniger spannend verlief das Rennen der Frauen. Maja Gautschi aus Grüt, welche schon die letzten Austragungen des Walliseller Laufs für sich entschieden hatte, lief allen anderen auf und davon. Ihre eigene Bestzeit verpasste sie nur gerade um eine Sekunde, schlug die zweitplatzierte Nina Brenn aus Zürich aber um fast zweieinhalb Minuten. Das ist bei einer guten halben Stunde Laufzeit ein enormer Vorsprung!

Für Nachwuchs ist gesorgt

Wie immer am Walliseller Lauf waren viele Junge am Start. Das begann am Morgen mit den ganz Kleinen, welche mit ihrem Vater oder Mutter ein Duo bildeten. Manch ein Dreikäsehoch brachte seinen erwachsenen Begleiter gewaltig ins Schwitzen oder lief ihm sogar davon. Am schnellsten in dieser Kategorie war mit Naomi Volkart aus Schöfflisdorf im Übrigen ein Mädchen. Ebenfalls gut belegt waren die Kategorien der Schülerinnen und Schüler. Bestzeiten wurden auch hier nicht gelaufen, doch präsentierten sich die Felder dicht und umkämpft. Auch zeigte sich, dass viele Talente heranwachsen. Als Beispiel genannt sei hier die Siegerin der jüngeren Kategorie, Jasmin Giger aus Schönengrund, welche nicht einmal eine Sekunde langsamer war als die fünf Jahre ältere Siegerin bei der älteren Kategorie, Ravenna Gassmann, aus Affoltern a. Albis!

Vierer-Stafette hat Zukunft

Mit den Gruppen-Kategorien hatte das OK in letzter Zeit eher Pech gehabt. Seit die Kategorie Sie+Er nicht mehr boomt, waren alle Ideen, ein neues, attraktives Gruppen-Happening zu ermöglichen, gescheitert. Dieses Jahr versuchte es das OK mit einer Viererstafette und diese scheint nun das Potential zu haben, dass sich daraus ein Renner entwickelt. Bei der ersten Austragung waren neun Viererteams am Start, welche die kleinste Runde zu durchlaufen hatten, entsprechend schnell unterwegs waren und den Zuschauern attraktiven Laufsport boten.

Rahmenprogramm mit vielen Attraktionen

Der Walliseller Lauf ist bekanntlich nicht nur ein Laufsport-Anlass, sondern hat zum Ziel, Krebs betroffenen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, ein Ferienlager zu geniessen. Entsprechend engagiert legen sich alle ins Zeug mit dem Resultat, dass eine attraktive Veranstaltung mit herzlicher Stimmung und vielen Nebenschauplätzen zu geniessen ist. Wo sonst trifft man auf Karibische Klänge einer Steelband - die Barrel-Drummers aus Greifensee - neben Ponyreiten für die Kleinen, kulinarische Vielfalt für alle, bunte Ballongebilde der Zauberer Seppino und Manolito, eine laute, fetzige Guggemusig - die legendären Chlüppliseck aus Kloten - , sowie ein attraktives Einturnen für die Läuferinnen und Läufer, geleitet von den Profis von Jazzercise aus Wallisellen ? Wo sonst werden Rasseln an die Zuschauer verteilt, um für eine laute Unterstützung der Läuferinnen und Läufer zu sorgen. Dass das OK, welches dem Lauf einen neuen Web-Auftritt mit entsprechendem Logo verpasst hat, mit den verbliebenen Werbeartikeln, versehen mit dem alten Logo, eine Tombola veranstaltete, gab dem Anlass einen gewissen Jahrmarkts-Touch. Untrügliches Merkmal für den Walliseller-Lauf 2009: Überall sind Leute mit Pasta-Kellen, versehen mit dem alten Walliseller Lauf Logo, unterwegs...

Symbolische Cheque-Übergabe

Vor der Rangverkündigung der Hauptkategorien fand an diesem Sonntag bereits die Cheque-Übergabe an die Krebsliga statt. Da der definitive Erlös der diesjährigen Veranstaltung noch nicht bekannt ist, wurde ein symbolischer Cheque in der Höhe von Fr. 20000.- übergeben, in der Hoffnung, dass der definitive Betrag noch höher ausfallen wird. Der Vizepräsident des Gemeinderates Wallisellen, Bernhard Krismer steuerte zudem von der Gemeinde Wallisellen weitere 3000 Franken bei. Er würdigte dabei die Arbeit des OK, insbesondere natürlich jene des "Vaters" des Laufs, Stefan Cescutti. Annemarie Dick von der Krebsliga bedankte sich für die Cheques und erklärte, dass damit für 2010 ein weiteres Ferienlager für Krebs betroffene Kinder und Jugendliche gesichert sei. Im Weiteren erzählte sie vom vergangenen Lager und vom vielfältigen Programm, das den Teilnehmern geboten wurde - von Breakdance über Go Kart fahren bis zu Wellness.

Fröhliche Gesichter

Der Wunsch des OK-Präsidenten, Stefan Cescutti, an diesem Sonntag allenthalben fröhliche Gesichter zu sehen, ging mit Sicherheit in Erfüllung. Die direkt gelebte Solidarität dieses Anlasses mit vom Schicksal getroffenen Menschen lässt niemand unberührt. Entsprechend fröhlich und auch stolz begegnen sich alle, seien es Läufer, Helfer oder Zuschauer.