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25. Walliseller Lauf zu Gunsten Krebs betroffener Kinder

Jubiläum trotz miserablem Wetter ein Erfolg – auch finanziell

Offenbar kann auch Wetterpech den Erfolg des Walliseller Laufs zu Gunsten Krebs betroffener Kinder nicht bremsen. Finanziell wurde der letztjährige Rekord nochmals um 500 Franken übertroffen, nicht weniger als 1521 Finisher trotzten dem Dauerregen und sorgten für spannenden, packenden Laufsport, der allerdings von weniger Zuschauern als gewöhnlich beklatscht wurde.

Ein Jubiläum war es, doch es wurde kaum als dieses inszeniert. Es war ein Walliseller Lauf eigentlich wie immer, nahezu perfekt organisiert, eingefasst in einen attraktiven Rahmen, doch dieses Gewohnte ist eben bereits eines Jubiläums würdig. Oder anders ausgedrückt: Jeder Walliseller Lauf ist eben so wie ein Jubiläum organisiert.

Für einmal Wetterpech

Häufig war in der Vergangenheit das Wetter vor dem Lauf alles andere als gut gewesen, um dann am Lauftag einen goldenen Herbstsonntag hervorzuzaubern. Genau umgekehrt war dieses Jahr mit einem Bilderbuchherbst gesegnet, um ausgerechnet am Tag des Laufes den Wetterumsturz radikal zu vollziehen, welcher einen Sonntag mit Dauerregen zur Folge hatte. Vorgängig hatten sich rund 1700 Läufer angemeldet, doch allzu viele liessen sich durch das miese Wetter nicht davon abhalten, trotzdem an den Start zu gehen und einen aktiven Sonntag für einen guten Zweck zu verbringen. 1521 kamen in den verschiedenen Kategorien ins Ziel.

Mehrzweckhalle Gold wert

Das Wetter wirkte sich vor allem auf den Zuschaueraufmarsch aus, welcher massiv geringer als gewohnt war. An der Strecke waren höchstens Helfer und Angehörige anzutreffen, die irgendeinen Support für die Läufer leisteten. Wer konnte, suchte die Mehrzweckhalle auf, welche den ganzen Tag proppenvoll war. Da die Laufstrecke quer durch die Halle führt, war die Stimmung aber natürlich gut und wurde vom Speakerduo Denise Stutz und Tim Gelmi immer wieder auf sympathische Weise angeheizt. Langweilig wurde es auch nicht, weil diverse Stände von Sponsoren oder der Krebsliga lockten, ein Fotoshooting in der Fotobox war möglich und für die Kleinen formte ein "Clown for kids" unermüdlich kunstvolle, farbige Tiere aus Ballons. Der Restaurantbetrieb lief bestens, einzig, wenn man sich an den Verpflegungsständen in den Zelten draussen mit etwas Essbarem eindeckte, setzte es für den Risotto, die Pizza, die Penne oder die Wurst einige Regenspritzer ab, bis man sich unter dem sicheren Dach dem Verzehr widmen konnte.

Für alle etwas und für einmal eine Panne – allerdings ohne Folgen

Die Kategorien Vater/Mutter Kind eröffnen diesen Anlass jeweils und es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell gewisse kleine Talente bereits unterwegs sind. Die Mutter von Enea Wendel, welcher in der grösseren MuKi/VaKi-Kategorie gewann, dürfte froh gewesen sein, selbst eine gute Läuferin zu sein, sonst hätte sie wohl Mühe gehabt, mit ihrem Sprössling mitzuhalten. In den Schülerkategorien kam es bei den jüngeren Schülerinnen zu einer Panne, die es so am Walliseller Lauf noch nie gegeben hatte. Der Vorfahrer auf dem Velo hatte eine falsche Liste erhalten und fuhr deshalb die falsche Strecke vor. Da alle Läuferinnen dieser Kategorie in der Folge falsch liefen, war das Ergebnis am Schluss dennoch fair. Immer beliebter werden die spannenden Stafetten-Kategorien. In der Kategorie mit vier Läufern pro Mannschaft wechselte die Führung ständig, ein echter Leckerbissen für die Zuschauer. Die Schülerkategorie mit Zweiermannschaften war dann vielleicht einen Tick weniger spannend, aber dennoch attraktiv. In beiden Kategorien gab es einige Gruppen, die einen eigentlichen Gedenklauf für eine an Krebs verstorbene Kameradin veranstalteten. Womit sich der Kreis zum guten Zweck der Veranstaltung schliesst. Gemütlicher geht es in den beiden Walking-Kategorien zu, es werden auch keine Ranglisten erstellt, was aber nicht heisst, dass Ehrgeiz fehlt. In der Offen-Kategorie der Männer kam der Sieger, Niklas Anzböck, dem Streckenrekord aus dem Jahre 2015 recht nahe, verpasste ihn aber um zehn Sekunden.

Überlegener Bekele Negussie

Knapp 500 Läuferinnen und Läufer nahmen diesmal die zehn Kilometer unter die Füsse, welche die Hauptkategorien auf zwei Runden mit den beiden Steigungen Bubentalstrasse und vor allem Rebberg zu absolvieren haben. Bekele Negussie aus Wallisellen hatte vor zwei Jahren gewonnen und war letztes Jahr hinter dem Streckenrekordhalter Fabe Downs zweiter geworden. Dieses Jahr war dieser nicht am Start und Negussie zeigte von Anfang an, dass er Herr im Haus war. Keiner seiner Konkurrenten hatte eine Chance und als einzigen Makel liesse sich die Siegerzeit anführen, die mit 33.05min. langsamer war als Negussies Zeiten der letzten Jahre. Im Endspurt um Rang zwei spurtete Simon Leu aus Buchrain auf den letzten Metern noch an Andreas Kern aus Wallisellen vorbei. Ein packendes Finale der beiden!

Schnellste Frau kam "inkognito" ins Ziel

Das Rennen der Frauen verlief ähnlich wie das der Männer. Ravenna Gassmann aus Affoltern a. Albis lief ähnlich wie Negussie ein einsames Rennen an der Spitze und gewann souverän. So souverän, dass sie im Pulk der Männer von der Speakerin sowohl nach der ersten Runde als auch beim Zieleinlauf glatt übersehen wurde. Nach der ersten Runde wurde Maja Luder-Gautschi aus Bertschikon, welche den Walliseller Lauf schon mehrmals gewonnen hatte, von der Speakerin als erste Frau angekündet – war zu diesem Zeitpunkt also zweite -, fiel auf der zweiten Runde aber hinter Karin Hofer aus Bäretswil und Pascale Rebsamen aus Küsnacht zurück, welche sich dann einen Fotofinish um Rang zwei lieferten, den Karin Hofer für sich entschied.

Was für eine Spende !

Offenbar ist gutes Wetter nicht die Voraussetzung für eine grosse Spende. Trotz des wegen des schlechten Wetters leichten Teilnehmerrückgangs kamen dieses Jahr nochmals 500Fr. mehr zusammen als im letztjährigen Rekordjahr! Sandra Bärlocher, die OK-Präsidentin, überreichte dem Vorstandsmitglied der kantonalen Krebsliga, Duri Prader, einen symbolischen Scheck in der Höhe von 35500Fr., nachdem sie Läufern, Helfern, Sponsoren, Gönnern und Donatoren gedankt hatte. Gemeindepräsident Bernhard Krismer stockte im Namen der Gemeinde Wallisellen diesen Betrag noch um 5000Fr. auf. Damit kann man von einem ausserordentlichen Jubiläumsjahr sprechen. Jubiläumsjahr auch deshalb, weil neben 25 Jahren Walliseller Lauf auch die kantonale Krebsliga ihr 60Jahr-Jubiläum begeht. Neben Duri Prader war auch Monika Burkhalter von der Krebsliga vor Ort und berichtete vom Ferienlager für Krebs betroffene Kinder, welches im Simmental mit dem Geld des Walliseller Laufs durchgeführt worden war. Sie überreichte Sandra Bärlocher für jedes OK-Mitglied eine Bastelarbeit eines der teilnehmenden Kinder. Im übertragenen Sinn ein sonniges Ende eines verregneten Jubiläums.

Karl Schlumpf, Anzeiger von Wallisellen

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